Seit einigen Jahren lässt sich eine deutliche Entwicklung auf dem Handy-Markt beobachten: Die Anzahl der gewöhnlichen Handys mit Tastatur sinkt, während die Anzahl der Smartphones mit Touchscreen signifikant zunimmt. Der Beginn dieser Entwicklung lässt sich auf den Verkaufsstart des iPhones am 29. Juni 2007 zurückführen. Dieses Smartphone bot bereits in seiner anfänglichen Phase hohen Bedienkomfort und wurde sicherlich nicht zuletzt durch das gut funktionierende Touchscreen-Display bis zum März 2011 über 100 Millionen Mal verkauft. Mittlerweile finden sich zahlreiche Modelle von allen bekannten Marken, die jeweils individuelle Vor- sowie Nachteile bieten. Für den Kunden bleibt allerdings die Frage, woran man die tatsächliche Qualität eines Touchscreen-Smartphones erkennen kann.
Zunächst stehen die technischen Spezifikationen im Vordergrund. Wie für einen üblichen Computer, spielt auch für ein Smartphone die Hardware eine große Rolle. Will der Nutzer etwa anspruchsvolle Anwendungen ausführen oder vielleicht mehrere Webseiten gleichzeitig öffnen, sollten Arbeitsspeicher und Prozessor ausreichend dimensioniert sein. Aktuelle Modelle (Stand: Juni 2011) verfügen in der Regel über einen Prozessor mit einer Taktfrequenz von 1 GHz. Im Gegensatz zum PC spielt allerdings die interne Festplatte kaum eine Rolle, da im Normalfall nur wenige Daten auf dem Telefon gespeichert werden. Wer dennoch Wert auf eine hohe Speicherkapazität legt, sollte darauf achten, dass sich der Speicher durch Speicherkarten erweitern lässt. Dies stellt eine günstige und praktische Lösung dar, da beispielsweise eine SD-Karte mit 16 GB Speicher bereits für unter 20 Euro zu erwerben ist (Stand: Juni 2011).
In Bezug auf den Touchscreen an sich gibt es ebenfalls einige Qualitätsmerkmale. Neben der Funktion der Steuerung stellt der Touchscreen natürlich auch das Display dar. Aus diesem Grund sollte er nicht nur groß genug sein, sondern auch eine ausreichende Auflösung bieten. Ein großes Display mit geringer Auflösung kann kein ansprechendes Bild erzeugen. Derzeitiger Standard sind 800x400 Pixel bei einer Bildschirmdiagonale von mindestens 3 Zoll. Generell wird zwischen zwei Technikgrundlagen unterschieden, nach denen die meisten der heutigen Touchscreens funktionieren: kapazitive und resitive Sensoren. Bei der kapazitiven Methode werden Änderungen des elektrischen Feldes gemessen, die entstehen, wenn man das Display mit einem leitenden Objekt, etwa dem Finger, berührt. Bei der resitiven Methode wird der Druck gemessen, der auf das Display ausgeübt wird. Beide Varianten sind in etwa gleichwertig, die Qualität kommt aber auf die Verarbeitung der einzelnen Modelle an. Das gewünschte Modell sollte daher vor dem Kauf getestet werden. Es kann sein, dass der Touchscreen nur schwerfällig reagiert oder die Berührungen nur ungenau erkennt.
Neben der Hardware spielt beim Smartphone-Kauf auch die Software, in erster Linie das Betriebssystem, eine große Rolle. Die bekanntesten Systeme iOS, Android, Symbian und Windows Mobile belegen mehr als 50 % der weltweiten Marktanteile. Jedes der Systeme bietet Vor- und Nachteile, die man persönlich abwägen muss. iOS überzeugt beispielsweise durch die Geschwindigkeit, Android bietet dem Nutzer zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten und kaum Einschränkungen. Nicht zuletzt ist auch der Preis zu beachten. Während das iPhone aktuell ab einem Preis von ca. 400 Euro (Stand: Juni 2011) erhältlich ist, können andere Smartphones bereits ab 100 Euro erworben werden.
